In der heutigen Zeit…

…mit den (Dorf-)Bäckern, den Detailhändlern und Grossverteilern wie Migros und Coop ist der Walliser und die Walliserin nicht mehr darauf angewiesen, ihre tägliche Nahrung selber anzupflanzen und zu ernten. Doch Anfang des 20. Jahrhunderts war es noch gang und gäbe, dass jede Familie ihren eigenen Acker hatte und diesen bewirtschaftete. Die meisten Familien pflanzten auf Ihren Äckern Roggen an, da dieser sich den topographischen und klimatischen Gegebenheiten im Wallis anpasste und das eher trockene Walliserklima schätzt.

Nach dem Ernten wurde das Getreide auf Steinmühlen gemahlen und anschliessend im gemeindeeigenen Gemeinschaftsbackofen gebacken. Dort wurde 1-2 Mal jährlich eingefeuert und die Familien konnten entweder durch einen Bäcker oder selber ihr Brot backen.

Da nicht täglich gebacken werden konnte, musste ein Brot her, das auch über längere Zeit gut haltbar ist. Dafür eignet sich das Roggenbrot mit seinem Sauerteig am Besten. Das gebackene Brot konnten die Familien in ihren Spychern (Stadul) aufbewahren und es war auch noch nach einem halben Jahr geniessbar, wenn auch steinhart. Dann wurde das Roggenbrot eben im Wasser aufgeweicht oder direkt in einer Suppe mit gekocht.

Das Roggenbrot war im Wallis bekannt als das Brot der ärmeren Schichten, heute aber ist es in allen Gesellschaftsschichten bekannt und beliebt. In zahlreichen Haushalten kommt es sogar täglich auf den Tisch und es ist von keinem Walliser Apéro wegzudenken.